Willkommen im Bahnhof Stochow!

Sie haben noch nie etwas von Stochow gehört? Nun ja - das könnte daran liegen, dass es Stochow eigentlich gar nicht gibt!
Wir sind vier Modellbahnfreunde aus Ostmecklenburg, die sich zum Ziel gesetzt haben dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Drei von uns wohnen in Neubrandenburg und der andere ist in Neubrandenburg geboren, arbeitet in Westfalen, ist seiner Heimat aber stets verbunden geblieben.
Es soll eine Gemeinschaftsanlage in der Spur 0 und 0e entstehen, die sich an Motiven aus der Region orientiert. Stochow eben!

Abstell-Modul

"Die weite Welt" außerhalb von Stochow soll später einmal von einer Wendeschleife dargestellt werden. Hier sind wir uns jedoch noch nicht so ganz klar, wie die Geometrie aussehen kann. Für den Anfang nehmen wir ein vorhandenes Abstell-Modul, neudeutsch jetzt oft "fiddle yard" genannt. Manch einer versteht unter dem englischen Begriff eine Schiebebühne, aber eigentlich ist es wörtlich ein "Hof zum Herumspielen" (Erklärung fiddle yard bei Wikipedia) und kann auf viele Arten gestaltet sein. Das passt gut. Verwenden wir also eine bereitliegende H0-Spielwiese.
Die Angabe der Nenngröße weist auch schon auf das Problem hin. 0e ist eben doch nicht H0, auch wenn die Spurweite passt. Aber hier kommt es nicht darauf an. Wenigstens zwei der vier Gleise sind nutzbar. Eventuell erweist sich ein drittes Gleis als Lokaufstellbereich geeignet. Für Rollwagen wird diese "Welt da draußen" aber sicherlich gesperrt bleiben.
Dass auch ein bereits angearbeitetes Stück Modellbahn nicht einfach so benutzt werden kann, war auch hier wieder zu erleben. Vorangegangene Experimente mit Kontakten und Weichenantrieben hatten ihre Spuren auf dem Abstellmodul hinterlassen. Also wurden gleich Ausbesserungen an Gleisen und Stelleinrichtungen vorgenommen und in der Sperrpause auch Belegtmelder für einen späteren automatischen Betrieb eingebaut.
Um sich - nicht nur aus Anlass der Verwendung des H0-Abstell-Moduls - ein Bild vom lichten Raum für die Schienenfahrzeuge im neuen Maßstab zu verschaffen, haben wir uns eine Papp-Lehre zurechtgeschnitten. Hierauf haben wir die laut NEM zutreffenden Maße aufgetragen. Während wir in H0 schon ein Gefühl für den ungefähr freizuhaltenden Raum rechts und links neben sowie über dem Gleis haben, ist es in "Null eeh" doch erheblich anders. Wir werden überrascht sein, wie wenig Landschaft auf unserer neuen Anlage zu sehen sein wird. Rollwagen verschärfen das Problem um einiges. Ob betriebliche Anweisungen erforderlich werden, wo man Normalspurwagen auf Rollwagen verkehren lassen darf und wo nicht? Besteht die Landmaschinenmanufaktur darauf, aus ihrem Schuppen direkt in den gedeckten Wagen der Staatsbahn zu verladen? Oder bleibt es der Freiladebereich? Wir werden verhandeln müssen.

Abstellmodul Lehre für die Umgrenzung des lichten Raumes

Dezember 2017: Digitalisierung einer Dampflok und elektrische Ausrüstung erstes Modulteil

Nachdem die kleine Lok vom Einbau der Beleuchtung (danke, Stefan!) zurück war, habe ich sie ein paar Wochen hin und her geschoben. Einen Decoder einzubauen, habe ich schon ein paar Mal gemacht. Die eigentliche Schwierigkeit liegt bei meinen Einbauten immer im mechanischen Teil. Wohin mit der Elektronik? Wie die Drähte verlegen? Wie bekommt man später die Lok wieder ohne Lötkolben zerlegt?
Zuerst haben die Schleifer zwischen den Rädern neue Federn bekommen. Dazu habe ich die Sprengringe gelöst. Das war am Ende einfacher und sauberer, als die Federn irgendwie um die Stößel winden zu wollen. Für den nächsten Federwechsel braucht man neue Stößel und Sprengringe.
Die Position des Decoders war dann doch schnell gefunden. Neben dem Motor ist Platz. Ein Plastewinkel und ein wenig Nähgarn geben Halt. Letzteres ist auch in 10 Jahren noch fit, wenn Klebepads längst zerbröselt sind. Die Vorwiderstände für die Beleuchtung wurden gleich an den Decoder gelötet. Die LEDs sind vorn und hinten jeweils in Reihe geschaltet. Der Schaltungsaufwand verringert sich damit etwas, wenn nun auch die Lampen nicht einzeln schalten lassen. Es ist nur ein Widerstand pro Richtung nötig. Die drei LEDs im Führerstand hinten haben einen Steckanschluss bekommen. Hier reichten dann zwei Beine. Die Verkabelung erfordert eine wenigstens zeitweise ruhige Hand. Lackdrähte sind wegen des geringen Platzbedarfs empfehlenswert.

Das erste Modulteil ist nun auch elektrisch fertig! Die Busverkabelung war doch aufwendig, weil sich die Strecken hier potentiell verzweigen. Also mussten zwei Kabel mit Buchsen angebaut werden. Die Verteilerleiste trägt eine Menge Drähte, aber nun - hoffe ich - ist keine Strippe extra nötig und zu Ausstellungen alles schnellstens verbunden. Als Transportsicherung wurden Brettchen und Ösen angebaut. Die Zuleitungen zu den Gleisen sind durch eine Klarsichtfolie abgedeckt, damit sie beim Verpacken der Kabel nicht im Weg sind. Für das anschließende Kurventeil ist nur Fahrstrom zu verbinden, weshalb hier eine abweichende Verbindung mit nur zwei Leitern zum Einsatz kommt.
Nach Fertigstellung und kleiner Fehlerbeseitigung gabs gleich eine erfolgreiche Probefahrt mit der Digitalkiste. Nebenbei wurde auch der lichte Raum zu den Weichenlaternen in der Praxis als genau ausreichend festgestellt.

Befestigung des Dekoders auf dem Lokrahmen Verdrahtung der Lok Der Dekoder ist im Wasserkasten untergebracht. Steckverbinder zwischen Lokrahmen und Gehäuse Verteilerleiste im Modulkasten Transportsicherung für die Kabel Transportsicherung für die Kabel Probefahrt! Probefahrt mit Licht!

Modellbautag am 26.10.2017

Nachdem der Gleisbau beim letzten Mal ja fertig gestellt wurde, haben wir uns diesmal im wesentlichen um zwei Dinge gekümmert: Zum einen haben wir uns überlegt, wie wir den Schaukasten bauen können. Inspiriert vom Besuch der Leipziger Messe werden wir auf ein steckbares Regalsystem zurück greifen. Die Wandhalter werden dabei mit zwei Schrauben an der hinten Modulkante befestigt. In die Halter werden dann 60cm lange Träger gesteckt, bei denen vorne eine Blende befestigt wird. Auf der Rückseite der Blende werden dann Lampen für die Beleuchtung der Anlage verbaut. Einen Versuchsaufbau haben wir mit vorhandenen 50cm Trägern, zwei Schraubzwingen, Draht und einem Sperrholzrest gemacht. Gefällt uns prinzipell und kann dann später so gebaut werden.
Der zweite Arbeitspunkt war dann die Verdrahtung des ersten Teils. Die einzelnen Gleisabschnitte wurden auf eine Lötleiste geführt. Die Stecker sind zwar bereits vorhanden, aber die Zuleitungen müssen noch angelötet werden. Zum Ende unseres Arbeitseinsatzes wurden dann auf dem ersten Teil schonmal ein paar Probefahrten gemacht: und es fährt doch!

Konstruktion für den Schaukasten mit steckbarem Regalsystem Konstruktion für den Schaukasten mit steckbarem Regalsystem

Weichenantrieb und Laterne mit Drehung

Die Weichenzungen auf unserer Anlage sollen sich betriebssicher und langsam bewegen lassen. Die vielen Magnetantriebe wurde schnell von der Liste möglicher Einbauten gestrichen. Verschiedene motorische Antriebe wurden diskutiert. Die Wahl fiel auf Servos. Sie sind leicht und vielfältig montierbar. Die digitale Ansteuerung ist gut verfügbar. Die Endlage der Zungen lässt sich auch nach dem Einbau gut justieren. Die vorhandenen Erfahrungen sind aber zu sortieren.
Im Internet findet man eine Menge Basisinformationen und sehr durchdachte Lösungen für Servo-Weichenantriebe. Was ist nun eine für uns brauchbare Anwendung? Einbau und Betrieb sollen einfach und zuverlässig sein. Und dann war da noch der Wunsch, drehbare Weichenlaternen zu haben. Aber vielleicht erst später? Kostet Geld, mal etwa 10 Weichen...
Aus vorangegangenen Projekten war bekannt, dass nicht jede Kombination von Servo und Ansteuerelektronik gut funktionieren muss. Also haben wir uns für Sets aus Servo und Decoder (mit wahrscheinlich zum Servo passender Firmware) entschieden und werden uns auch daran halten.
Schön dass sich der Servo nun drehen kann, wenn man auf dem Rechner mit der Maus klickt. Wie kommt nun die Weichenzunge in Bewegung? Da ist Mechanik gefragt.
Eine gute Führung des Stelldrahts sorgt für wenig Krafteinwirkung in unerwünschte Richtung. Nicht selten hatten wir früher damit zu kämpfen, dass Stellschwellen seitlich weggerutscht sind oder die Stellmechanik wegen ungenügender Stabilität seltsame und nicht immer nachvollziehbare Bewegungen ausgeführt haben.
Die naheliegende Anlenkung der Stellschwellen direkt durch eine am Servo befestigte Verlängerung beschränkt den nutzbaren Drehwinkel des Servos enorm. Wenn man nahe 90 Grad Servobewegung nutzen könnte...
Ein käufliches Exemplar einer Führung - gleich mit Laternendreher - haben wir getestet. Bis auf die Laternendrehung (erreicht nicht ganz 90 Grad) brauchbar, war es uns aber zu teuer.
Unsere Löung benutzet nun kurze, simple 2-mm-Messingröhrchen. Die werden auf Bleche oder Leiterplattenabschnitte aufgelötet und damit unter der Anlage festgeschraubt. Die Röhrchen führen den Stelldraht ausreichend exakt in genau die Richtung der Stellschwelle. Durch die Lagerung der Stelldrahtenden einmal in der Stellschwelle und zum anderen leicht federnd im Servoarm ist auch die Verdrehneigung der Konstruktion ausreichend gering. Die Mechanik pro Weiche ist dann zwar bis zum Servoarm individuell, aber die Servomaschine selbst immer noch einfach tauschbar.
Um den nutzbaren Drehwinkel der Servos zu erhöhen, werden in den Servoarm Löcher näher am Drehpunkt des Arms gebohrt. Sie fallen auch im Durchmesser passend zum Stelldraht aus. Wir benutzen für die Testaufbauten 0,8-mm-Federstahldraht. Mit den kleinen, drehpunktnahen Löchern erreichen wir den gewünschten weiten Drehwinkel und nebenbei bessere Kraftverhältnisse.
Und dann waren da noch die Weichenlaternen. Nachrüstbar. 90 Grad Drehung. Geringe Kosten.
Als Problemstellung hat sich herausgeschält, dass man mit einer geringen Zungenbewegung eine ausreichende Drehbewegung der Laterne erzeugen muss. Wir hatten gerechnet und gemessen, dass wir mit der getesteten gekauften Stellmechanik mindestens 3 mm Zungenbewegung haben müssten. Das ist nicht immer der Fall. Hier und da stellt sich auch noch Spiel bei den Führungen ein. Mit sehr viel Geschick und Feichmechanik-Aufwand könnte man die nötige Zungenbewegung verringern. Ob wir das zuverlässig hinbekommen und uns für 10 Weichen antun wollen? Nein.
Eine zündende Idee kam uns bei der Verlegung der Bohrung für den Stelldraht der Weichenzungen am Servo. Der Servoarm kann nun auch viel weitere Wege erzeugen, als die Zungenbewegung eigentlich ausmacht. Der Stelldraht für die Laterne muss nur weiter vom Drehpunkt entfernt eingehängt werden als der Zungenantrieb. So ist es kein Problem, 8 bis 10 mm Stellweg für eine Laternendrehung abzuleiten, auch wenn sich die Zunge nur drei Millimeter bewegt. Alles hängt vom Verhältnis der Abstände vom Drehpunkt des Servos ab.
Wir testen das Ganze mit im Handel erhältlichen, einzeln verwendbaren Laternenantrieben (Bild 03). Die werden mit einemn separaten Stelldraht vom gleichen Servo angetrieben wie auch die Weichenzungen. Ein zweites Röhrchen auf dem Halter anzuordnen, ist einfach. (Bilder 01 und 02) Eine kleine Klemme lässt die Synchronisierung von Zungenmittelstellung und Laternendrehmitte zu. Fertig. Und nachrüstbar, wenn später Geld für die Laternenmechaniken da ist!
Das Ganze haben wir für eine TT-Weiche testweise aufgebaut. Die Weichenlaterne ist etwas groß (Pilz, H0, 1980), aber zeigt die Funktionalität. Es ist mit unseren Mitteln baubar und wird "von oben" auch brauchbar gestaltet werden können.

Servo mit zwei Drähten Antrieb Laternenantrieb - Bausatz und fertig TT-Weiche abzweigend TT-Weiche gerade

Besuch Messe "modell-hobby-spiel" in Leipzig am 30.09.2017

Am letzten Tag dieses Septembers haben wir gemeinsam einen Ausflug zur Messe "modell-hobby-spiel" in Leipzig gemacht. Nachdem wir den letzten von uns eingesammelt hatten, ging es gegen 07 Uhr mit dem Auto los. Gern wären wir auch mit dem Zug gefahren, doch aktuell sind die Verbindungen wenig konkurrenzfähig Statt etwas mehr als drei Stunden mit dem Auto, wären wir fast fünf Stunden unterwegs gewesen. Für eine Richtung versteht sich. Gegen 10:30 Uhr konnten wir die Messehalle 3 stürmen. Neben Herstellern und Händlern gab es auch wieder viele Modellbahnen zu sehen.
Längere Zeit haben wir bei der "Kolwitzer Stadtbahn" verbracht, gab es hier doch Spur 0 und 0e zu sehen. Normalspurwagen wurden auf Rollwagen verladen. Auf den angeschlossenen Modulen der Spur 0 konnten man nochmals den Größensprung von der Schmalspur zur Normalspur sehen. Erstaunlich, wie wenig Platz da noch für Landschaft und Ausgestaltung bleibt, wenn man die Module noch halbwegs gut transportieren können will.
Da wir für unsere Anlage auch eine Art Schaukasten bauen wollen, haben wir hier ein besonderes Augenmerk darauf verwendet. Hier gibt es unterschiedliche Konstruktionen: Selbstbau aus Holz oder Verwendung von steckbaren Regalsystemen. Fast überall waren die Kästen nach oben hin offen und vorn war nur eine Art Blende aufgehangen, hinter der die Beleuchtung versteckt ist. Alle hatten mit den Haltern gleich noch die Hintergrundkulisse mit befestigt. Das sollten wir auch schaffen können!
Ebenfalls interessant war die Konstruktion von Ständern für die Absperrung. Ein einfaches Holzkreuz, in dem in der Mitte ein Stab gesteckt wird. "Einfach und geschmacklos", aber wirksam und vor allem leicht!
Kurz nach 16 Uhr haben wir uns dann wieder auf die Rückreise gemacht. Ein anstrengender, aber sicherlich auch lehrreicher Tag!

Rollbockanlage der Kolwitzer Stadtbahn in Spur 0e. Kolwitzer Stadtbahn in Spur 0e. Kolwitzer Stadtbahn in Spur 0e. Bahnhof in Spur 0 der Arbeitsgemeinschaft Spur 0 e.V. Modell der Moselbrücke bei Bullay in Spur Z. Fuß eines Halters für die Absperrung

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