Sie haben noch nie etwas von Stochow gehört? Nun ja - das könnte daran liegen, dass es Stochow eigentlich gar nicht gibt!
Wir sind vier Modellbahnfreunde aus Ostmecklenburg, die sich zum Ziel gesetzt haben dem gemeinsamen Hobby nachzugehen.
Drei von uns wohnen in Neubrandenburg und der andere ist in Neubrandenburg geboren, arbeitet in Westfalen, ist seiner Heimat aber stets verbunden geblieben.
Es soll eine Gemeinschaftsanlage in der Spur 0 und 0e entstehen, die sich an Motiven aus der Region orientiert. Stochow eben!
Im Frühjahr haben wir an mehreren Treffen die neuen Transportbretter gefertigt. Nachdem wir das Holz gekauft hatten, haben wir zunächst die Tragegriffe ausgeschnitten. Anschließend wurden die Löcher für die Befestigung an den Modulen gebohrt und die Halter zwischen zwei Brettern angefertigt. An weiteren Terminen wurden noch die Abstandsbretter zum Schutz der Gleise sowie die Führungshilfen gegenüber den Befestigungen angebracht. Das Ganze ist nun ausreichend stabil und wir hoffen, den Zusammenbau für den Transport besser bewältigen zu können.
Für die Beleuchtung verwenden wir LEDs. Durch die Wechselspannung leuchten die LEDs nur die Hälfte der Zeit. Was für das menschliche Auge kam wahrzunehmen ist, ist aber auf Videoaufnahmen störend. Als Verbesserung hat Holger Gleichrichterplatinen angefertigt, die wir nun verbaut haben.
Mit dem Triebwagen ist es auch etwas voran gegangen. Provisorisch wurde ein Lokdekoder eingebaut. Mit der entsprechenden Konfiguration der Motorregelung haben sich die Langsamfahreigenschaften deutlich verbessert. Nach ein paar Experimenten werden wir den Antrieb auf ein Drehgestell beschränken. Die Zugkraft ist mehr als ausreichend und so sparen wir uns die Verlängerung der Antriebswelle und deren Lagerung. Außerdem bleibt so mehr Platz für eine Inneneinrichtung. Dazu werden wir die Zahnräder von den beiden Antriebsachsen des hinteren Drehgestellls entfernen und die Haftreifen auf die hintere Achse des vorderen Drehgestells verlagern.
Im Sommer hatten wir uns ja von Ulrich Thorhauer mittels 3D-Druck Gehäuse für einen 0e-Triebwagen anfertigen lassen. Er hatte auf dieser Basis selbst bereits ein fahrfähiges Modell davon gebaut und uns den Tip gegeben auf ein Fahrwerk von einer Roco V90 in H0 aufzubauen. Daher wurde nun vor kurzem für etwas über 40 Euro eine DB 290 erworben.
Nach Ankunft der Maschine wurde diese zunächst zerlegt, so dass der Rahmen "frei" war. Zu unserem Erstaunen besteht dieser komplett aus Metallguss und bringt so einiges an Gewicht mit. Nach Betrachtung des Gehäuses und der darin vorgesehenen Ausschnitte für den Rahmen wurde diese direkt am Tank in zwei Hälften gesägt. Anschließend musste der Rahmen noch an den vorderen Enden Trapezförmig zugeschnitten werden, damit er satt in die Ausschnitte passt. Durch die Verlängerung musste die Welle zu einem Drehgestell verlängert werden. Dies wurde mit einem 2mm Messingrohr der Länge 63mm und einem Schrumpfschlauch erledigt. Damit die Welle sauber drehen kann muss noch eine Lagerung vorm Drehgestell hinzugefügt werden.
Abschließend war noch eine Lösung für die Befestigung der Rahmenteile im Motor notwendig. Glücklicherweise hatte der Rahmen schon Gewinde für die Platinen, die hierfür genutzt werden. Mittels Spangen aus Messingstreifen und einer weiteren aus Kunststoff wird der Rahmen nun im Gehäuse gehalten.
Dann konnten auch die ersten Probefahrten stattfinden. Abgesehen von dem etwas rustikalen Fahrverhalten des vermutlich über 40 Jahre alten Fahrgestells funktioniert das ganz gut! Mal sehen, wie sich das digitalisiert mit einem Decoder verhält.
Für die anderen Triebwagen werden wir nach etwas neueren Varianten der V90 Ausschau halten. Der Rahmen hat sich nämlich nicht geändert, aber anscheinend die Motoren.
Am ersten Oktoberwochenende haben die Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. wieder zu den Eisenbahn- und Modellbahntagen ins Mecklenburgisches Eisenbahn- und Technikmuseum nach Schwerin eingeladen. Wir waren mit den TT-Privatanlagen von Frank und Stefan dabei. Zusammen mit Kai-Uwe vom Schweriner Modellbahnclub e.V. haben wir eine etwas über 8 Meter lange Anlage zusammengestellt. Geprobt hatten wir den Zusammenbau schon vor mehreren Jahren und wollten einmal gemeinsam ausstellen. Die Vorbereitungen (Computersteuerung, Beleuchtung) wurden bereits im Sommer durchgeführt.
Am Donnerstag vor der Ausstellung haben wir uns bereits gegen Mittag getroffen. Zunächst wurden die Anlagenteile mechanisch miteinander verbunden. Anschließend folgte die elektrische Verbindung und zum Abschluss wurde dann der Computer angeschlossen. Nachdem falsche Weichenlagen (50% Entscheidung - Murphys Gesetz) korrigiert waren, konnte die erste Lok auf Reisen gehen. Wie zu erwarten gab es hier und da noch ein paar kleine Probleme, die aber im Laufe der Ausstellung nach und nach behoben werden konnten. Ab Sonntag früh lief die Anlage zufriedenstellend.
Neben uns waren noch weitere Modellbahnanlagen in TT, H0 und H0e zu sehen. Darüber hinaus konnten natürlich auch die großen Exponate wie Signaltechnik, Dampf- und Dieselloks besichtigt werden. Außerdem waren natürlich auch wieder mehrere Händler vor Ort und auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt.
Freitag war die Ausstellung gut besucht. Der stürmische und regnerische Samstag hat anscheinend viele Besucher abgeschreckt. Am Sonntag kamen dann wieder deutlich mehr Leute ins Museum. Am Ende konnten in Summe etwa 800 Gäste gezählt werden.
Wir wünschen den Mecklenburgische Eisenbahnfreunden Schwerin e.V. viel Glück und Kraft für den weiteren Wiederaufbau des Museums nach dem verheerenden Brand im Sommer 2023.
PS: Besonderer Dank gilt Franks Schwester und Schwager für die Gastfreundlichkeit und Übernachtungsmöglichkeit.
Zur Ausstellung in Mittenwalde hatten wir zwar noch Laternen eingebaut, diese aber nicht mehr angeschlossen. Das haben wir nun angefangen. Sämtliche LED-Laternen wurden auf einer Lötleiste zusammengefasst. Leider mussten wir feststellen, dass eine Laterne defekt war. Diese wurde ausgebaut und von Holger in Heimarbeit repariert. Beim nächsten Treffen konnte sie dann wieder eingebaut und ebenfalls angeschlossen werden. Für den Anschluss an die Zubehörspannung soll jetzt noch eine kleine Platine mit Gleichrichter und Glättung gebaut werden. Damit soll verhindert werden, dass die LEDs in Videoaufnahmen flackern.
Die Beinhalter hatten wir beim Bau der Module mit M8-Schlossschrauben befestigt. Die Köpfe der Schlossschrauben sind entsprechend erhaben über dem Modulkasten. Das stört in mehrerer Hinsicht beim Transport: zum einen wird auf den Köpfen geschoben, so dass die Farbe immer wieder beschädigt wird und zum anderen besteht die Gefahr, dass die Hintergrundkulisse beim Transport durch gegenüberliegenden Köpfe beschädigt wird. Einen Teil der Schrauben hatten wir in der Vergangenheit bereits durch Senkkopfschrauben ersetzt. Der Rest wurde jetzt ausgetauscht. Anschließend müssen die Schrauben noch verspachtelt und anschließend die Modulkästen erneut gestrichen werden.
Während der Ausstellung hatten wir uns mit Ulrich Thorhauer unterhalten. Er baut ebenfalls in 0e und hatte mittels 3D-Druck einen Triebwagen gebaut. Das hat unser Interesse geweckt und so haben wir ebenfalls von ihm Gehäuse und Dächer drucken lassen. Diese konnten wir nun in Empfang nehmen. Im ersten Schritt wurden die Gehäuse von Hilfskonstruktionen für den Druck befreit. Das ganze sieht schon recht vielversprechend aus. Als nächstes gilt es ein entsprechendes Fahrwerk in den Triebwagen einzubauen. Wir werden weiter berichten!
Wie wir bereits im Januar feststellen konnten, ist das Verschrauben der einzelnen Teile für den Transport mittels unserer Transportbretter verbesserungswürdig. Um die Kulisse nicht zu beschädigen, wurden kurzfristig die Löcher um 2 Zentimeter versetzt. Das macht aber das Verschrauben schwierig, da die Teile entsprechend in Position gehoben werden müssen. Dabei verkannten dann die Schrauben.
Unsere Idee ist nun, die Transportbretter zu teilen. Je eine Hälfte wird dann am Modul befestigt und dann die beiden Teilen kopfüber aufeinander gesetzt. Anschließend werden die Hälften mittels Schrauben verbunden.
Aus den vorhandenen Brettern wurden zwei verschiedene Prototypen gebaut: Einmal besteht jede Hälfte eines Bretts aus einem L-Stück. Beim anderen einfach aus einem Rechteck. Letzteres lässt sich für uns einfacher anfertigen: Aus zum Beispiel im Baumarkt passend geschnittenen Rechtecken müssen nur die Tragegriffe ausgeschnitten werden. Außerdem rutscht die Verschraubung der einzelnen Hälften weiter in die Mitte, was Beschädigungen der Landschaft minimiert.